Der Kampf – Die Revanche: Henry Maske vs. Virgil Hill am 31. März um 22.45 Uhr
Von OderBLOG | 25. März 2007 | Kategorie: Sport | Keine Kommentare »Es ist das Comeback des Jahres: Gut zehn Jahre nach seiner bitteren Niederlage im letzten Profifight seiner Karriere kehrt Henry Maske zurück in den Ring, ausgerechnet gegen Virgil Hill, den Mann, der ihm die einzige Niederlage in seiner Profilaufbahn zugefügt hat.
Der US-Amerikaner ist wie Henry Maske 43 Jahre alt, hat aber einen entscheidenden Vorteil: anders als Henry Maske hat er weitergeboxt und holte im Januar 2006 sogar den WBA-Weltmeistertitel. Eine überaus schwere Aufgabe also für den Deutschen, der in den 90er Jahren einen maßgeblichen Anteil daran hatte, das sich das Boxen von seinem Schmuddelimage befreien und zu einer der populärsten Sportarten hierzulande aufsteigen konnte. Gemeinsam mit dem damals übertragenden Fernsehsender RTL zogen seine Kämpfe ebenso viele Zuschauer in ihren Bann wie entscheidende WM-Spiele – allein beim Abschiedskampf gegen Virgil Hill am 23. November 1996 waren es 17,52 Millionen bei einem Marktanteil von 59,6 Prozent.
Wenn die beiden am 31. März nun erneut aufeinander treffen, wird es ein Wiedersehen mit vielen Bekannten geben, die schon damals am Ring saßen. Viel Prominenz aus Sport, Politik, Wirtschaft und Showbizz hat sich angekündigt. Moderator ist Florian König, dem für Analysen und Einschätzungen Überraschungsgäste zur Seite stehen werden. Kommentator des Kampfes ist Tobias Drews, Reporter am Ring Kai Ebel. Die Vorbereitungen für Maske laufen gut: Der 43 Jahre alte frühere IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht bezwang in einem Testkampf unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Frankfurt/Oder den Amerikaner Berry Lee Butler durch technischen K.o. in der siebten Runde.
Armin Müller-Stahl entwirft Boxmantel für Henry Maske: “Habe selber mal trainiert”
Am 21. März wurde Henry Maske der Boxmantel überreicht, mit dem der ‘Gentleman’ am 31. März in seinen Comeback-Kampf gegen den Amerikaner Virgil Hill in München gehen wird. Der Mantel wird anschließend wieder versteigert, der Erlös geht an die Henry-Maske Stiftung. Bei der Auswahl des Designs hatte sich Henry Maske für ein Pferdemotiv des Schauspielers und Malers Armin Müller-Stahl entschieden. Dazu das folgende RTL-Interview mit Armin Müller-Stahl:
Wie ist der Kontakt zwischen Ihnen und Henry Maske zustande gekommen?
Er wollte das gerne. Ich habe das zunächst abgelehnt, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war. Ich habe einen Film in London gedreht und war voll ausgelastet damit. Ich habe ihm gesagt, sollte ich eventuell Zeit haben, werde ich es wissen lassen. Aber er hat nie mehr nachgefragt. Da hab ich schon Tiere gezeichnet und gesagt, das könnte eine Möglichkeit sein. Das Interessante ist, dass Menschen und Tiere da Ähnlichkeiten haben.
Henry Maske hat sich für ein Bild von Ihnen entschieden, auf dem zwei Pferde miteinander kämpfen. Auf der rechten Seite ist ein rotes Etwas, vielleicht ein Schiedsrichter, zu erkennen. Hat Henry Maske mit dem Bild eine gute Motivwahl für seinen Mantel getroffen?
Ich finde, er hat eine Wahl getroffen, die seiner Auffassung über Kunst entspricht. Es gibt in diesem Bild, wenn man genau hinguckt, sogar einen Gewinner. Es gibt bei Zweikämpfen natürlich immer auch den Wunsch, den Gewinner zu entdecken. Jedes Bild, jede Kunst sollte ein Geheimnis haben, es sollte nicht ganz erklären. Insofern ist diese geheimnisvolle Figur am Rand, der Schiedsrichter, oder was auch immer es sein mag, eine Wichtigkeit.
Was können Sie inhaltlich zu dem von Henry Maske ausgewählten Bild sagen?
Bis zum heutigen Tage interessiert mich, wer stärker ist. Eisbär gegen Löwe, Elefant gegen Nashorn oder was auch immer. Tiere machen dasselbe wie Menschen. Sie geraten in Gefechte, sie kämpfen miteinander, manchmal freiwillig, manchmal unfreiwillig, sie sind dabei auch lauernd, beobachtend. Wenn zwei gleichstarke zusammenkommen, überlegen sie sehr, ob sie überhaupt beginnen sollen. Sie schauen sich an, beobachten, und lassen es dann vielleicht bleiben, was sehr klug sein kann. Tiere haben Kraft, Ausdauer, und das trifft auf die Boxer auch zu.
Glauben sie, das Henry Maske diese Attribute auch besitzt?
Ich glaube ja. Ich glaube Henry Maske ist ein Kopfboxer, der mit dem Kopf, mit Klugheit boxt, sehr fokussiert ist.
Was halten Sie von Henry Maskes Comeback?
Wissen sie, die Menschen müssen ihre Lebensentscheidungen selbst treffen. Das hat er getan. Er möchte sozusagen hinter seine boxerische Karriere einen Punkt setzen und sagen, das möchte ich noch mal erreichen. Ich drücke ihm die Daumen, ich wünsche, dass es gut geht für ihn. Und wenn es gut gegangen ist, dann hat es sich gelohnt. Dann hat er einen Punkt hinter den Satz gemacht.
Können sie eine Prognose wagen?
Ich denke, er schafft das.
Waren Sie damals ein Fan von Henry Maske?
Nein, ein Fan war ich nicht, dazu bin ich zuviel in der Welt rumgeschwirrt, als das ich mich ausschließlich mit Boxen beschäftigt hätte. Aber er ist mir ein Begriff gewesen, ich habe seine Siege verfolgt, hin und wieder hab ich auch gesehen, was er getan hat. Es ist nicht viel, was ich über Henry Maske erzählen kann, außer, dass er mir angenehm ist.
Was verbindet Sie persönlich mit dem Boxsport?
Es hat mich begeistert, immer wieder, und dann wieder nicht. Ich bin früher immer um 4 Uhr aufgestanden, wenn Muhammad Ali boxte. Er hat mich begleitet, seine Kraft und Geschicklichkeit, auch sein Engagement, seine unglaubliche Widerborstigkeit. Ich habe auch selbst mal trainiert, zusammen mit Freunden aus einem gewissen Spaß heraus, allerdings als eine Art Training des Körpers, nicht des Gewinnens. Aber wenn im Boxen auch Dinge passieren, die tödlich ausgehen, kann mich das Boxen nicht nur begeistern.
Gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und Henry Maske?
Sensibilität. Es ist ein sehr sensibler Boxer, ein Mensch mit einer Lebenseinstellung, die mir gefällt. Ich habe in seiner Biographie über seinen letzten Kämpf gegen Hill, den er verloren hat, gelesen, dass er darauf nicht angesprochen werden möchte. Ich habe das sehr gut verstanden, wie er nur mit sich beschäftigt ist, mit sich und seiner Welt. Ich kenne das vor bestimmten Auftritten, oder vor bestimmten Szenen im Film oder Theater, wenn man versucht, die Nervosität in den Griff zu bekommen. Diese Sensibilität ist, nebenbei gesagt, ein gutes Qualitätsmerkmal sowohl für einen Sportler als auch für einen Künstler. Sensibilität ist eine Art Triebkraft, Dinge zu gestalten.
Moderator: Florian König / Ring-Reporter: Kai Ebel / Kommentator: Tobias Drews
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