Mit der Straßenbahn nach Polen, Teil 2
Von OderBLOG | 21. Januar 2006 | Kategorie: Brennpunkt, Politik, Wirtschaft | 1 Kommentar »Die Meldungen im Netz häufen sich.
Aus einem TAZ-Bericht von BENJAMIN GÖGGE:
“Das ist ein sinnloses Projekt, das bloß Geld kostet und nichts bringt”, wettert ein Frankfurter, ein anderer sieht den Plan auf “tönernen Füßen” stehen. Die Gegner der grenzüberschreitenden Straßenbahn scheinen sich in der Mehrheit zu befinden. Gerade Frankfurt (Oder) wurde schon mehrfach durch geplatzte Projekte enttäuscht – eine Chipfabrik etwa wurde deutlich nach Baubeginn gestoppt.
Stadt und Verkehrsbetriebe sind sich einig. Die Straßenbahn nach Slubice wird die Zuschüsse der Stadt für den Nahverkehr durch eine höhere Auslastung um 100.000 Euro pro Jahr senken und eine Wendeschleife für etwa 1,1 Millionen Euro überflüssig machen. Die präsentierte Kostenschätzung ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Derzeit ist die Rede von 3,2 Millionen Euro für die Baumaßnahmen auf der deutschen Seite. 800.000 Euro will die Stadt investieren, die restlichen 75 Prozent sollen EU, Bund und Land tragen. Ganz sicher ist sich die Stadtverwaltung jedoch nicht, ob Mehrwertsteuer fällig ist, und ob die Stadt für Umbauten an der Grenze zahlen muss – Mehrkosten von insgesamt fast 1 Million Euro.
Der Ursprungsbeschluss für die Straßenbahn fiel im Februar 2005. Für das kurze Schienenstück bis zur polnischen Grenze waren 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Doch dann ergaben neue Kalkulationen einen Mehraufwand von 1,7 Millionen Euro alleine auf der deutschen Seite, weshalb die Stadtverordneten die Bürgerbefragung herbeiführten. Dies hat in Slubice für Verärgerung gesorgt. Bürgermeister Ryszard Bodziacki kommentierte in der Frankfurter Lokalzeitung sehr barsch: Die Straßenbahn sei “kein Gnadenbeweis”, von “kleinlichen Rechnungen” war die Rede.
Zum vollständigen Artikel der TAZ.
Und dann gibt es noch was beim Tagesspiegel zu lesen.
Ich hoffe, dass viele Frankfurter an der morgigen Bürgerbefragung teilnehmen. Auch wenn man bei mehr als minus 10 Grad seine mollige Wohnung ungern verlassen will.