Wirtschaft im Aufwind – aber noch keine Trendwende am Arbeitsmarkt
Von OderBLOG | 17. Oktober 2006 | Kategorie: Wirtschaft | Keine Kommentare »Frankfurt (Oder) (MOZ) Die ostbrandenburger Wirtschaft ist im Aufwind. Zu dieser optimistischen Feststellung kommt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt (Oder) in ihrer Herbstumfrage. Zugleich weisen die Ergebnisse sehr unterschiedliche Ergebnisse auf, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke gegenüber der MOZ erklärte.
Einen großen Schritt nach vorn hat fraglos das verarbeitende Gewerbe gemacht. Es profitierte von der angesprungenen Weltkonjunktur, was die wachsenden Exporterlöse dokumentieren. Wie die IHK-Umfrage zeigt, hat die exportorientierte Wirtschaft die besten Werte seit der deutschen Einheit aufzuweisen.
Auch in den kommenden Monaten rechnen beispielsweise Stahlproduzenten und Maschinenbau, wie IHK-Volkswirt Robert Radzimanowski erklärte, mit einer positiven Geschäftsentwicklung. 44 Prozent der Firmen bezeichnen ihre derzeitige Geschäftslage als gut. Nur knapp 14 Prozent der insgesamt 250 zwischen Uckermark, dem östlichen Berliner Randgebiet und der Oder befragten Unternehmen beschreiben hingegen ihre Situation als schlecht.
Im Vergleich zur Frühsommerumfrage sind die positiven Bewertungen damit um 21 Prozent höher ausgefallen. Verbessert hat sich in diesem Zusammenhang ebenfalls der Auftragsbestand der befragten Unternehmen. 28 Prozent von ihnen berichten über gewachsene Auftragsvorläufe. Im Frühsommer waren es hingegen nur 18 Prozent. Die Situation wird jedoch bei 24 Prozent der Unternehmen getrübt. Sie haben gegenüber der Frühsommerumfrage sinkende Auftragsbestände.
Glaubt man der IHK-Analyse stehen die Signale auch weiterhin auf Wachstum. 31 Prozent der Exporteure rechnen zum Beispiel mit steigenden Leistungen beim Export nach Osteuropa. Rückgänge im Auftragsvolumen werden dagegen ausgeschlossen. Trotz optimistischer Geschäftserwartungen sehen jedoch viele Unternehmen wachsende Unsicherheiten auf sich zukommen. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Energie- und Rohstoffpreise vermutlich weiter steigen werden. Auch die Mehrwertsteuererhöhung könnte die bis dato äußerst positive Entwicklung negativ beeinflussen.
Dennoch zeigt die Konjunkturumfrage 2006 eine anhaltende Investitionstätigkeit. Diese Investitionen verteilen sich hauptsächlich auf die Deckung des Ersatzbedarfs (62 Prozent) sowie auf Kapazitätserweiterung (30 Prozent) und auf Rationalisierungsmaßnahmen (30 Prozent).
Die konjunkturelle Belebung in Ostbrandenburg ist auch am Arbeitsmarkt spürbar. 17 Prozent der befragten Unternehmen wollen laut Umfrage ihr Personal aufstocken. Im Frühsommer hatte dieser Wert noch bei 13 Prozent gelegen.
Auch hier liegt das verarbeitende Gewerbe vorn, wo derzeit knapp ein Drittel aller Unternehmen mit Neueinstellungen rechnet. Neben Licht gibt es allerdings auch Schatten. Von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt in Ostbrandenburg kann noch keine Rede sein, schließlich rechnen 23 Prozent aller befragten Unternehmen trotz positiver Wirtschaftslage weiterhin mit sinkenden Beschäftigungszahlen. Mit weiterem Personalabbau ist zum Beispiel im Ostbrandenburger Kredit- und Versicherungsgewerbe zu rechnen. Das Dienstleistungsgewerbe und die Bauwirtschaft erwarten ebenfalls reduzierte Personalstärken.
Insgesamt bleibt abzuwarten, ob sich der leichte positive Trend auf dem Arbeitsmarkt angesichts der höheren Mehrwertsteuer im kommenden Jahr verstetigen kann.
Quelle: hier…